DIE BLAUEN STUNDEN (After Love)

Kinostart: 
02.10.2015

DREHBUCH
Marc Jago

KAMERA
Gabriel Krajanek

SCHNITT
Georg Eggenfellner

FILMMUSIK
Robert Schwarz, Boris Valentinitsch

PRODUZENTEN
Georg Eggenfellner, Marc Jago

MIT
Sven Dolinski, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Tanja Petrovsky, Merab Ninidze, Andreas Patton, u.a.

SPRACHFASSUNG:
dt. Originalfassung

FORMAT:
DCP, Blu-ray

Marc Jago - AT 2015, 72 min.

After Love erzählt die Geschichte des Modefotografen Ben, der sich dem Stricher Jean sowie der transsexuellen June ausliefert um der Wahrheit menschlicher Beziehungen jenseits von Liebe und Moral auf den Grund zu gehen.
 
Der Modefotograf Ben ist auf der Suche nach dem Leben hinter den Bildern, die an die Stelle des Lebens getreten sind. Verkörpert findet er diese Sehnsucht in dem Stricher Jean, den er abwechselnd durch die Macht des Geldes und Episoden selbstloser Liebe an sich zu binden sucht. Jean wiederum treibt ziellos durch das Dasein bis er eines Nachts dem transexuellen Callgirl June verfällt. Von diesem Moment an kennt er nur noch einen Gedanken: bei June zu sein. Doch June hat eine alte Rechnung mit Ben offen; sie hofft durch Jean Einfluss auf diesen zu gewinnen. Schritt fuer Schritt treten die drei in einen Kreislauf gegenseitiger Abhängigkeiten, in eine Grauzone, in der Liebe und Lüge, Grausamkeit und Zärtlichkeit unauflösbar miteinander verbunden sind.
 
Uraufführung: 36. Filmfestival Max Ophüls Preis 2015
 
DIRECTOR'S STATEMENT
Ein Film über zwei Arten sich der Welt zu nähern: über den Taumel der Liebe und den Rausch der Macht - zwei Zustände, die noch die elendste Brust zerreissen. Der Glaube an das Geld: Kapitalismus als letzte Eskalationsstufe einer positiven Theologie, in der alles Sein dem Wort entspringt und nur im Austausch der Worte und Gesten, im Verkaufsgespräch, seinen Wert behauptet. Der Zweifel daran, aus der augenblicksweisen Evidenz eines anderen Zustandes, der Begegnung mit einem Unbestimmten, Unbestimmbaren. Gemeinsame Schweigesekunde, Leerstelle in der Werthierarchie. Dazwischen bewegt sich AFTER LOVE: traumbefangen, wirklichkeitsfern, auf den Spuren, Resten, Ahnungen und Zumutungen einer negativen Theologie, einer Anti - Logik des Gefühls, die vielleicht nicht einmal im Widerspruch zur herrschenden raison d'etre steht, aber deren notwendige Ergänzung bildet, wollen wir menschlich bleiben.
Film Noir, der Enthusiasmus der französischen Nouvelle Vague für intellektuelle Spekulation und die Reflexion der filmischen Form sowie die rauhe Intensität des New Yorker Undergroundfilms der 80er Jahre prägen AFTER LOVE stilistisch. Die atmosphärische, von langsamen, präzisen Kamerabewegungen dominierte, zeitlose Bildsprache in kontrastreichem Schwarzweiss wird durch die musikalische Gestaltung zwischen moderner Avantgarde, düsterem Electro und Lowfisongs in die Gegenwart geholt. AFTER LOVE ist ein Film in dem sich das Fantastische mit dem Realistischen zu einer Erzählung vermengt, die die Liebe als potentielle Kraft begreift, Grenzziehungen zu transzendieren: die der Identitaet, der Sexualitaet und der Ideologie. Dahinter entdeckt der Film den Luxus der Verunsicherung - als eine Möglichkeit auf Augenhöhe mit den schöpferischen Gewalten zu leben.

Pressezitate: 

With striking cinematography in high contrast black-and-white and an eerie, haunting electronic score -a style calling to mind David Lynch’s Eraserhead by way of Fassbinder and the French New Wave - director Marc Jago creates a moody and dreamlike worldfor his characters to inhabit, in this unforgettable and impressive feature film debut. (Joe Bowman, frameline39)
 
Philosophische Dialoge über die Wahrheit menschlicher Beziehungen jenseits von Liebe und Moral setzten deutliche Akzente in dem Film. Die Komponenten Film Noir, langsame Kameraführung, Mode und untypische Musikuntermalung machen dieses Werk äußerst künstlerisch und sehenswert.
Ein Independet Film vom Feinsten, der sicher die Meinungen spalten wird. Aber einmal hingesehen, kann man einfach nicht die Augen davon abwenden.
(Vangardist Magazin - zum ganzen Artikel >>)

Auszeichnungen und Festivals: 

36. Filmfestival Max Ophüls Preis 2015, Osnabrück
Frameline39, San Francisco

Pressedownloads: 
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